Wir freuen uns, eine vierbeinige Kollegin zu haben

Ein Hund in der Schule ist nicht automatisch ein Schulhund.
Selma und Frau Mellentin sind ein zertifiziertes Schulhundteam, das seine Ausbildung in der Hundeuni Goslar absolviert hat.

Hundegestützte Pädagogik
wird von einer Fachkraft mit einer pädagogischen bzw. heil-/sonder-/sozialpädagogischen Ausbildung und entsprechendem Fachwissen über Hunde ausgeführt. Die Intervention ist auf ein pädagogisches Ziel ausgerichtet, welches Bildung und/oder Erziehung betrifft. Die eingetzten Hunde werden speziell für den Einsatz mit Menschen sozialisiert und ausgebildet.
(vgl. A.Beetz, Hunde im Schulalltag, 2012, S.15)

Selma

„Deisterliebe Selma“ ist am 1.4.2022 geboren. Sie ist ein Standard Australien Cobberdog mit dem rassetypischen fröhlichen und ausgeglichenen Wesen. Sie lernt gerne und spielt gerne mit anderen Hunden. Sie ist vorsichtig, aber nicht ängstlich. Sie haart nicht.

Impressionen von Selma

Der Hund in der Klasse

Frau Mellentin ist überwiegend in der Grundschule und hier schwerpunktmäßig in den unteren Klassen eingesetzt. 

Schon die bloße Anwesenheit des Hundes fördert das soziale Klima in der Klasse. Die Kinder sind leiser und rücksichtsvoller. Kinder mit unsicheren Bindungen profitieren nachweislich von einem Klassenhund.

Der Hund hilft beim Lernen. Neues wird im Gedächtnis besser eingespeichert, wenn es an eigene Erfahrungen und Emotionen gekoppelt ist. Eine besonders positive Interaktion mit dem Hund bei einer Aufgabe, bleibt also besser im Gedächtnis. Der Hund kann einzelne Aufgaben bringen (Dinge, an denen die Aufgaben befestigt sind apportieren), er würfelt oder dreht am Glücksrad.

Die überwiegende Zeit des Schulalltages ist der Hund einfach anwesend. Er lockert die Atmosphäre auf und sucht von alleine Kontakt zu einzelnen Kindern.

Manchmal erinnert der Hund daran, dass es Zeit für eine Pause ist, er bringt ein Spielzeug und wirft es herum. Der Hund trägt zu mehr Lachen und Freude bei.

Der Hund motiviert. In Anwesenheit des Schulhundes gehen die Kinder lieber in die Schule (Beetz 2011). Hunde haben also nicht nur einen entspannenden, sondern auch einen positiv aktivierenden Effekt.

Hunde stärken das Selbstbewusstsein. Führt der Hund Kommandos aus, die ein Kind ihm gibt, so fördert dies die Selbstwirksamkeit und das Selbstbewusstsein. Auch die Übernahme des Versorgungsdienstes (Wassernapf zuverlässig füllen) und das Streicheln des Hundes, geben Gelegenheit, die Selbstwirksamkeit zu erleben.

Ein Hund kritisiert nicht. Er hört geduldig zu, egal wie holprig die Vorleseversuche noch sind.

Die Schulhund-AG

In der Schulhund-AG gelten die gleichen Punkte wie beim Hund im Klassenunterricht. Hinzu kommt, dass es sich bei der AG um eine Kleingruppe von maximal 12 Kindern handelt.

Im Laufe eines Halbjahres lernen die Teilnehmer viel über die Bedürfnisse und Verhaltensweisen von Hunden. Die Körpersprache der Hunde wird ausführlich besprochen und am Schulhund beobachtet. Zusätzlich zum lebenden Anschauungsobjekt steht den Kindern viel Bildmaterial und ein Plüschhund („Klein-Selma“) zur Verfügung.

Wir lernen, was ein Hund mag und was er nicht gerne mag. Wir lernen Stressanzeichen und Drohgebärden zu lesen. Diese Wissen kann den Umgang mit fremden Hunden erleichtern und eventuellen Beißvorfällen vorbeugen.

Die Kindern erstellen im Laufe des Halbjahres ein Heft und erhalten zum Abschluss eine Urkunde.

Während der AG-Zeit haben wir auch die Möglichkeit im Park oder in der Feldmark spazieren zu gehen. Frische Luft und Bewegung bauen bei Hund und Kindern gleichermaßen Stress ab.

Ruheplatz

Um Selma nicht zu überfordern und entspannende Ruhephasen zu gewährleisten, hat sie im Büro einen Ruheplatz mit weniger Lärm und Unruhe.

Australien Cobberdog

Der Australien Cobberdog setzt sich hauptsächlich aus Labrador und Pudel zusammen. Später wurden noch die Rassen Cocker Spaniel, Irish Water Spaniel und Wheaten Terrier eingekreuzt . Den Züchtern liegt es sehr am Herzen, dass die Rasse ihre wichtigen Charaktereigenschaften beibehalten. Dazu gehören Wesenszüge wie ihr Temperament, Allergikereignung, nicht riechendes und seidendes Fell sowie ihre genetische Gesundheit.

Der Australian Cobberdog ist ein ausgeglichener und sehr intelligenter Hund. Er ist begeistert, wenn er neue Befehle und Tricks lernen kann und möchte immer gefallen. Eine der Eigenschaften, die ihn am Besten definieren ist seine Tendenz, immer den Blick der Menschen zu suchen, als ob er in ihrem Blick lesen wollte, was sie von ihm erwarten. Der Australian Cobberdog ist sensibel und besitzt eine starke Fähigkeit, Stimmungen zu spüren oder schnell zu begreifen, mit wem er vorsichtig umgehen muss, seien es kleine Kinder, ältere Menschen oder Personen mit eingeschränkter Mobilität. Das liegt an seinem verträglichen und gar nicht dominanten Charakter, was gerade für Therapien mit Menschen, die Interaktionsprobleme aufweisen, sehr nützlich ist.